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Jeder Zweite nimmt täglich Medikamente

45 Prozent der Erwachsenen nehmen regelmäßig mindestens ein Arzneimittel pro Tag ein. Das sind die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage. Dabei stellt sich die Frage, sind die Pillen wirklich nötig?

Jeder Zweite nimmt täglich Medikamente

Jeder Zweite nimmt täglich Medikamente.

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass der Medikamentekonsum in Deutschland sehr hoch ist. 45 Prozent der Erwachsenen nehmen mindestens ein Arzneimittel täglich ein – und das ständig. Gerade Ältere gehören zu den Hauptkonsumenten: 75 Prozent der Befragten ab 60 Jahre gaben an, mindestens ein Medikament pro Tag einzunehmen. Die Befragung von über 1000 Menschen zeigte also, dass Medikamten heute an der Tagesordnung stehen.

Wenn Arzneien abhängig machen

Dabei stellt sich die Frage, ob der tägliche Konsum immer notwendig ist. Denn fast zwei Millionen Menschen sind in Deutschland medikamentenabhängig – meist von Schlaf- und Beruhigungsmitteln. Besonders oft hält sich der Konsum in einer sogenannten Niedrig-Dosis-Abhängigkeit. Betroffene nehmen ein oder zwei Tabletten täglich.

Medikamente, die abhängig machen, sind in erster Linie Schmerzmittel und Beruhigungsmittel, die aus der „Valium-Familie“ kommen, sowie Schlaftabletten. Auch Hustenblocker führen in die Abhängigkeit. Vor allem Arzneien, die Codein enthalten, machen rasch psychisch und physisch abhängig.

Wirkung von Arzneimittel

Die Weltgesundheitsorganisation hält dabei gerade mal 306 verschiedene Wirkstoffe für unentbehrlich. Nur etwa 20 Prozent der gebräuchlichen Heilmittel besitzen eine abgesicherte Wirkung, das haben etliche Studien gezeigt. 2300 Substanzen in mehr als 52 000 Darreichungsformen sind in Deutschland aber auf dem Markt. Damit ist Deutschland ein Land der Pillenschlucker: Der Pro-Kopf-Verbrauch an Medikamenten ist seit dem Jahr 1950 um mehr als das 20fache gestiegen. Senioren werden teilweise sogar mit bis zu 60 Substanzen gleichzeitig behandelt.

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