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Putenfleisch mit antibiotikaresistenten Keimen belastet

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat bestätigt, dass in einer Untersuchung gerade bei Putenfleisch antibiotikaresistente Bakterien entlang der Lebensmittelkette gefunden wurden. Es war mit den gefährlichen Bakterien Salmonellen, Campylobacter und MRSA belastet.

Putenfleisch häufig mit antibiotikaresistenten Keimen belastet.

„Die Keime stammen ursprünglich aus der Tierhaltung und werden während des Schlachtprozesses und der Weiterverarbeitung auf das Fleisch übertragen“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. Diese Ergebnis verlangt aus Sicht der Experten des Bundesinstituts für Risikobewertung Maßnahmen auf mehreren Ebenen. Denn von antibiotikaresistenten Keimen gehen ein Gesundheitsrisiko. Daher müsse man laut Hensel eine Ausbreitung resistenter Bakterien entlang der Lebensmittelkette undbedingt vermeiden.

Bakterien: Salmonellen im Putenfleisch

Im Rahmen des Zoonose-Monitorings 2010 hat das BfR Fleisch auf ihre Resistenz gegen antimikrobielle Substanzen untersucht und nach epidemiologischen Kriterien bewertet. Auch Fleisch aus Hähnchen- und Mastkälberbeständen sowie Putenfleisch, Rohmilch und Eier standen dabei auf dem Prüfstand. Mehr als 90 Prozent der Bakterien auf den Fleischproben waren gegen mindestens ein Antibiotikum, häufig auch gegen mehrere Antibiotika resistent. Gerade E.Coli-Bakterien und Salmonellen waren auf den Proben vorhanden. Salmonellen gehören zu den weit verbreiteten Bakterien auf Lebensmitteln, die schwere Magen-Darm-Infektionen beim Menschen auslösen können.

Bakterien gegen Antibiotika resistent

Im Rahmen der Resistenzuntersuchungen hat das Bundesinstitut auch einen besonders resistenten Stamm des Bakteriums Salmonella Kentucky im Putenfleisch entdeckt. Dieser Stamm hat in mehreren europäischen Mitgliedstaaten Erkrankungen bei Menschen ausgelöst und weist eine hochgradige und stabile Resistenz gegenüber eine bestimmte Gruppe von Antibiotika auf. Jene sind für die Therapie von Infektionen des Menschen von besonderer Bedeutung. Die Ausbreitung von Keimen, die gegen diese Antibiotika resistent sind, kann daher erhebliche Auswirkungen auf das Gesundheitswesen haben.

In jedem zweiten Hänchen stecken nach Angaben des Bundes Bakterien, die gegen Antibiotika resistent geworden sind. Zwar nehmen salmonelle Belastungen immer weiter ab, jedoch scheint der Einsatz von Antibiotika in der Tierzucht seine Spuren zu hinterlassen.

Kommentare

  1. Diese Resistenz der Keime ist sicher auch eine Folge der permanenten Zugabe von Antibiotika im Futter. Und dass die Keime ans Fleisch gelangen können, ist das nicht ein Zeichen mangelnder Hygiene in den Verarbeitungs- und Schlachtungsbetrieben?

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