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Stress im Beruf erhöht das Herzinfarktrisiko

 Forscher warnen davor, dass der zunehmende Stress in der Arbeit mitunter die Ursache für über 207 000 Herzinfarkte in Deutschland ist. Experten sehen diesen Risikofaktor als mitverantworltich, warum Herzinfarkte die zweithäufigste Todesursache ist.

Stress im Beruf erhöht das Herinfarktrisiko. Foto: Pixelio

Zwar sterben immer weniger Menschen am Herzinfarkt. Doch die Zahl der Krankenhausbehandlungen bei Herzinfarkt sinkt schon seit Jahren nicht mehr. Das zeigt der neue DAK-Gesundheitsreport. Dabei wurde berücksichtigt, ob Risikofaktoren bei Berufstätigen wie Stress das Risiko erhöhen. Es war bereits bekannt, dass etwa schwere Depressionen das Herzinfarktrisiko um 60 bis 100 Prozent erhöhen. Dass Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Fettleibigkeitdas Risiko erhöhen ist ohnehin schon lange bekannt. Doch welchen Einfluss hat Stress?

Stress: Herzinfartk-Risiko ist erhöht

„Bis vor wenigen Jahren wurden ältere Arbeitnehmer noch in Frührente geschickt. Mittlerweile wächst bei vielen Unternehmen das Interesse, erfahrene Mitarbeiter möglichst lange im Betrieb zu halten. Betriebliches Gesundheitsmanagement fängt bei jungen Beschäftigen an, hört aber nicht bereits bei 55-Jährigen auf“, so Herbert Rebscher, Chef der DAK-Gesundheit. Um den Zusammenhang von Herzinfarkt und Stress im Beruf genauer zu analysieren, hat die DAK-Gesundheit eine repräsentative Befragung von über 3000 Berufstätigen durchgeführt.

Das Ergebnis: Nur knapp jeder zehnte Befragte (9,3 Prozent) leidet unter einer sogenannten beruflichen Gratifikationskrise. Das ist der Ausdruck für arbeitsbedingten Stress, der durch eine mangelnde Anerkennung im Beruf verstärkt wird. Dabei steht die Belohnung nicht mehr im Verhältnis zu ihrer Anstrengung. Sie haben ein doppelt so hohes Herzinfarktrisiko. „Je größer Selbstbestimmung und Gestaltungsmöglichkeiten am Arbeitsplatz sind, um so weniger tritt dieses Problem der geringen Anerkennung auf“, erklärt Herbert Rebscher. So leiden Facharbeiter mit 11,2 Prozent überproportional daran, ebenso Arbeiter mit 10,8 Prozent.

Zeitdruck belastet

Jeder fünfte Befragte fühlt sich stark oder sehr stark durch Zeitdruck und durch das hohe Arbeitsaufkommen belastet. Möglicherweise stehen diese wachsenden psychosozialen Beanspruchungen mit den zunehmenden Krankschreibungen aufgrund psychischer Leiden in Zusammenhang. „Angesichts älter werdender Belegschaften liegt hier ein besonderes Risikopotenzial für Herz-Kreislauf-Erkrankungen“, so Rebscher.

Beschäftigte, die gestresst sind und zu wenig Anerkennung bekommen, schätzen ihren Gesundheitszustand schlechter ein. Sie haben auch häufiger gesundheitliche Probleme. Stimmungsschwankungen verbunden mit Angst oder Hilflosigkeit treten bei ihnen dreimal so häufig auf wie bei Beschäftigten, die nicht von Stress betroffen sind. Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit kommen bei gestressten Menschen doppelt so oft vor.

Kommentare

  1. Der Arbeitsstress nimmt doch immer weiter zu. Der Ton verschärft sich, alles muss schon vorgestern erledigt werden, Personal wird immer weiter abgebaut. Außerdem wird der Mensch immer häufiger nur noch auf den Kostenfaktor reduziert.

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