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Depressionen mit Botox die Stirn bieten

Botox ist das Mittel der Schönheitsindustrie: Falten verschwinden dadurch für einige Monate. Forscher aus Basel und Hannover haben endteckt, dass Botulinumtoxin noch mehr kann. Es kann auch Depressionen lindern.
Depressionen mit Botox die Stirn bieten

Depressionen mit Botox die Stirn bieten. Foto: Flickr/CCekai

Wissenschaflter der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) im Basel , haben in randomisierten kontrollierten Studien entdeckt, dass Botox die Symptome einer Depression deutlich lindern kann, wenn es einmalig in die Stirn gespritzt wird. Die Forscher haben ihre Ergebnisse jetzt im Journal of Psychiatric Research veröffentlicht.

Botox gegen Falten und Depressionen

30 Probanden waren an der Untersuchung beteiligt, die teilweise bereits seit langer Zeit unter Depressionen litten. Dere Symptome der Depression hatten sich mit Antidepressiva nicht ausreichend gebessert. Der Hälfte der Pateinten wurde Botox in die Stirn injiziert. Die restlichen Patienten erhielten nur eine Placebo-Injektion. Das Ergebnis: Nach zwei Wochen waren die Patienten durch Botox weniger depressiv. Sechs Wochen später hatte sich bei 60 Prozent die Schwere der Symptome halbiert. Bis zum Ende der Studie nach 16 Wochen wurde die Symptome durch Botox weiter gelindert.

„Die Behandlung mit Botulinumtoxin ist relativ nebenwirkungsarm, sicher und ökonomisch. Die Wirkung hält nach einer einmaligen Gabe für mehrere Monate an“, erklärt Professor Tillmann Krüger. Er hat die Studie zusammen mit Dr. Axel Wollmer, Oberarzt an den UPK Basel, geleitet. „Botulinumtoxin könnte ein neuer Baustein in der Depressionsbehandlung werden. Bisher liegen allerdings nur die Ergebnisse dieser Pilotstudie und einer Fallserie vor, die erst noch in größeren Studien bestätigt werden müssen“, erläutert Wollmer. Allerdings müsste die Wirkung von Botox auf eine Depression erst noch genauer untersucht werden.

Warum wirkt Botox womöglich gegen Depressionen?

„Wir haben uns auf die Facial-Feedback-Hypothese gestützt, die besagt, dass Mimik nicht nur Stimmungen ausdrückt, sondern umgekehrt auch auf unsere Stimmung zurückwirken kann“, erklärt Professor Krüger. Emotionen wie Ärger, Angst oder Traurigkeit, die häufig bei Depressionen auftreten, führen zur Aktivierung von Muskeln im Bereich der unteren mittleren Stirn. „Wir nehmen an, dass diese Mimik die genannten Emotionen aufrechterhalten oder sogar verstärken kann“. Botox führt zu einer zeitweisen Lähmung der entsprechenden Muskeln und könnte so die Wechselwirkung zwischen Mimik und Stimmung unterbrechen. Wie Botox genau wirkt, soll in weiteren Studien erforscht werden.

Kommentare

  1. Wenn das wirklich so stimmt, haben dann bald Patienten, die gegen Depressionen behandelt werden, das im wahrsten Sinne des Wortes dann bald auf die Stirn geschrieben? Man darf gespannt sein.

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