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Hunger verändert die Wahrnehmung

Hat Fasten Einfluss auf den Geschmack und beeinflusst Hunger die Wahrnehmung? Diesen Fragen gingen  jetzt Würzburger Sozialpsychologen in einer experimentellen Untersuchung nach. Das Ergebnis: Wer Hunger hat, den täuscht seine Warhnehmung.

Hunger verändert die Wahrnehmung
Hunger verändert die Wahrnehmung. Foto: Pixelio/Birgit H

Wer fastet, der kennt das Phänomen: Selbst ein Stück Apfel wird nach der Fastenzeit zum Festmahl, wenn man vorher lange genug gehungert hat. Offenbar wirkt sich das Hungergefühl stark auf unsere Wahrnehmung aus. Die Sozialpsychologen Dr. Sascha Topolinski und Dr. Philippe Türk Pereira von der Universität Würzburg haben diesen Eindruck nun genauer unter die Lupe genommen. In vier Experimenten haben die Forscher getestet, ob Hunger die Wahrnehmung tatsächlich beeinflussen kann. Maßstab für sie war die Größenwahrnehmung im Mund.

Bei der Größe kommt es auf den Hunger an

„Die Frage, ob eine hungrige Person ein Objekt im Mund anders einschätzt als eine satte Person, mag wie ein Party-Gag klingen. Tatsächlich ist sie aber gar nicht so simpel“, erklärt Topolinski. „Wer Hunger hat, dem erscheint ein Bissen Nahrung möglicherweise wie der berühmte Tropfen auf den heißen Stein.“ Dafür sprechen dem Wissenschaflter zufolge auch die Erfahrungen im Alltag, dass sich hungrige Menschen am Buffet vielfach zu viel auf den Teller laden. Dann waren die Augen mal wieder größer als der Magen.

Wie das Hungergefühl täuscht

Im ersten Experiment waren zwei Gruppen beteiligt – eine hungrige Gruppe und eine satte. Die Teilnehmer sollten Länge dann die Länge von in Stücken geschnittenen Strohhalmen mit dem Mund oder mit der Hand schätzen, ohne das jeweilige Stück sehen zu können. Alle Strohhalme wurden dabei in gleich große Stücke geschnitten. Das Ergebnis: Hungrige Teilnehmer schätzten die Länge des Halmes bei der „Messung“ im Mund 0,4 Zentimeter länger ein als satte Personen.

„0,4 Zentimeter klingt nach wenig, entspricht aber immerhin 13 Prozent der eigentlichen Länge“, erläutert Topolinski.  Je mehr Hunger die Probanden empfanden, desto größer schätzten sie das Plastikstück ein. Im zweiten Experiment wiederholten die Psychologen den Test an 50 weiteren Freiwilligen mit länglichen Kaubonbons. Das Ergebnis: Auch in diesem Fall schätzten hungrige Probanden die Kaubonbons mit ihrem Mund als länger ein im Vergleich zu satten Testpersonen. Hungern sowie Fasten mache den Mund tatsächlich empfindlicher für Reize und führe daher zu einer Größenüberschätzung.

Kommentare

  1. Deswegen neigt man ja auch dazu, sich hungrig größere Portionen zu nehmen. Daher sollte man nie total ausgehungert an den Tisch sitzen. So ist es dann einfacher, das Gewicht zu kontrollieren.

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